Kunstweg

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nach oben Die kleine Afrikanerin vor dem Ausländeramt

Auszug Schwabo 19.06.95

Skulptur in der Forststraße findet viele Bewunderer

Viele Bewunderer fand am Samstag bei der offiziellen Präsentation die kleine steinerne Afrikanerin, neueste Skulptur vor dem Ausländeramt In der Forststraße in Freudenstadt. Diese »Bürger-Aktion« ist der Bürgeraktion Freudenstadt hervorragend gelungen, freute sich Bürgermeister Gerhard Link über einen weiteren Meilenstein im Freudenstädter »Kulturpfad«.

Am Samstag morgen war die Skulptur »nach viel Mühsal« mit einem Fest in der Forststraße der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Hocherhobenen Hauptes, mit einem Kind auf dem Rücken und einer Last auf dem Kopf, blickt die Frau aus schwarzem Stein nun zwischen dem Ausländeramt und dem Hotel »Schwanen« in Richtung Marktplatz und soll Kunst »zu jeder Tages- und Jahreszeit erlebbar machen«, betonte Sybille Riege von der Bürgeraktion Freudenstadt.
Die afrikanische Skulptur sei eine Gemeinschaftsaktion der Bürgeraktion mit Bürgern, die durch Spenden den Kauf ermöglichten, der Stadt Freudenstadt und der Galerie Schanbacher. Die Stadt trägt die Kosten für den Betonsockel. Durch die Kontakte des Galeristen Dr. Ulrich Schanbacher ist die Afrikanerin nach Freudenstadt gekommen.
Mit der Skulptur sei man dem Ziel nähergekommen, den Weg vom Stadtbahnhof zum Kienberg , abseits der Hauptverkehrswege, attraktiv zu gestalten.
In Freudenstadt entstehe eine Sammlung von Werken, die einen Überblick über die Tendenzen des zeitgenössischen Kunstschaffens biete, zeigte sich Bürgermeister Link stolz über die Skulptur. Sie solle ein Beitrag sein, »um einen Blick über Zäune zu werfen« und Grenzen zu überschreiten. Mit dem Aufstellen der Afrikanerin werde an eine »schöne Tradition« abgeknüpft, die in einer bemerkenswerten Sammlung erstklassiger Kunstwerke beim Kurhaus ihren Anfang hatte. Eigentlich hätte die Skulptur eine Afrikanerin darstellen sollen, die zum Einkaufen auf den Markt geht, erzählte Galerist Dr. Ulrich Schanbacher von der Entstehungsgeschichte der Skulptur. Bei einem Besuch in Simbabwe habe er das mit dem Künstler Gedion Nyanhongo so abgestimmt. Daß der Künstler die Figur jetzt »after a long struggle«, was soviel bedeutet wie »Nach viel Mühsal« genannt hat, hänge mit dem afrikanischen Verständnis von der Natur zusammen.
Der Stein, ein Serpentin, wurde von Nyanhongo, der einer berühmten afrikanischen Bildhauerfamilie entstammt und Preisträger eines Bildhauerwettbewerbes der Nationalgaleir Havare ist, mit Hammer und Meißel bearbeitet. Zuvor hatte es eine etwa einstündige Wanderung mit über 40 Gästen vom Park Courbevoie bis in die Forststraße gege-ben. Die heitere Gruppe folgte dem Kunstpfad, der der Bürgeraktion noch vorschwebt, über den Kurhausvorplatz, die Reichsstraße, bis zum Marktplatz. Dabei staunte manch ein Einheimischer, mit wie vielen kleinen und großen Kunst-werken aus verschiedenen Epochen die Stadt Freudenstadt bestückt ist. Erstaunlich auch, daß viele dieser Werke aus Spenden der Bürgerschaft stammen. Wir werden über diese kleine Expedition noch berichten.

nach oben »Die Sinnende« als Geschenk an die Stadt

Artikel aus dem Schwabo:

Eine positive Resonanz fand die Idee der Bürgeraktion, durch Spenden eine Plastik für Freudenstadt zu finanzieren. »Die Sinnende«, ein Werk des im letzten Jahr verstorbenen Freudenstäd-ter Künstlers Peter Großbach, soll einen schönen Platz in der Kurstadt finden. Mitte März hatte die Bürgeraktion 3000 Mark auf ein Sonderkonto als Grundstock einbezahlt und dazu aufgerufen, durch Spenden den Restbetrag von 7000 Mark zu finanzieren.
Die Freudenstädter Bürger ließen sich das nicht zweimal sagen und spendeten fleißig, so daß die Finanzierung jetzt zu drei Vierteln gesichert ist. Wie Ulrike Hansen von der Bürgeraktion betonte, soll das Kunstwerk aus Bronze als Geschenk bei der Kurhauseinweihung an den Oberbürgermeister übergeben werden. Bis dahin hofft man, daß das fehlende Geld noch auf das Konto bei der Kreissparkasse (Nummer 19 90 76) eingeht.
Die Aktivität der Bürgeraktion soll der Anfang eines Konzepts sein, mit dem der Name Freudenstadt und der Begriff Kunst eng verbunden werden sollen. Man könne sich eine Art »Kunstweg« vorstellen der Kurgäste und Einheimische zu anderen Werten und Gedanken führen soll, meint die Bürgeraktion.






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