Rappen ade, was geschieht nun ?

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Das Rappengelände ist geräumt, der Bau eines übergroßen Einkaufsareals findet nicht statt und wir dürfen gespannt sein, welche Planungsabsichten die Stadt nun hat und wie der Eigentümer dann diese Planung umsetzen will. Wichtig für uns ist es, daß der Blick ins Christopfstal frei und die Kastanienallee bestehen bleibt. Der schöne alte Keller des Rappens sollte sinnvoll weiterverwendet werden.

Wir wollen mit einigen Bildern und einer kleinen Anekdote dieses Kapitel erst einmal ruhen lassen.

Das Rappengelände - rot eingerahmt - aus der Vogelperspektive



nach oben Eine Rappen-Anekdote
  Ein älterer Herr, im dunklen Anzug, umrundet das Rappen-Gelände. „Wissat-Sia, wo do dia Keller send?“ fragt er. „Wir stehen drauf“, ist die Antwort. „Aha“, meint er und lässt die Blicke schweifen. Dann will er wissen: „Dia wellet-se doch erhalta? Oder net?“
„Ich weiß nicht, man redet auch davon, dass sie aufgefüllt werden sollen.“ „Do send doch dia selle, wo ällas alte Glomp erhalta wellat, dia wellet doch ao dia Keller erhalta, so wia dia alte Hitt do dussa an dr Schtuagrter Stroß. Wa will-mr ao do drmit!“
Schweigen herrscht, die Bagger räumen emsig das Gelände ab.  Nach einer Weile fährt er fort: „Dia wo des Glomp erhalta wellat, dia sottat-s ao zahla!“ -
„An der ganzen Rappen-Geschichte stört mich nur, dass Sie und ich das Abräumen bezahlen.“ - „Wieso, i zahl do nex! Des zahlt dochs Land.“
„Ja, ja, schon. Aber woher hat das Land das Geld dafür?“ Er wirft zürnende Blicke um sich; schweigend entfernt er sich.
 


nach oben die frühere Pracht
Hotel Rappen mit vorgelagerter Allee Die Planungen auf dem Rappen-Gelände sind hinfällig. Das Gelände wurde inzwischen abgeräumt. Oberirdisch ist nichts mehr zu sehen. Nur in den Tiefen sind Schätze geborgen

nach oben Keller
. im Tiefkeller

Über drei Etagen erstrecken sich die ehemaligen Rappen-Keller in die Tiefe bis 14 Meter unter das Niveau der Straßburger Straße. Der tiefste dieser Keller mit einem aus Sandsteinen gemauerten Gewölbe reicht auf die Ursprünge des Rappen zurück, bis ins Jahr 1833. In ihm wurden Bier und Eis gelagert


nach oben Eisschacht
Eiskeller Unmittelbar daneben befindet sich der Eisschacht, (linkes Bild) durch welchen die Keller mit Eis befüllt wurden. Dieses stammte aus den Eisweihern der heutigen Stadtviertel 'Zehnmorgen' und 'Kohlwälder Hardt'. Der letzte dieser Eisweiher befindet sich in der Nähe der heutigen Kepler-Schule. Die Brauerei wurde 1910 aufgegeben. hier geht´s runter zum Keller


nach oben Weinkeller
zur zweiten Etage Weinregale

Auf der zweiten Kelleretage liegt der ehemalige Weinkeller des Hotels Rappen. In diesen Kellern erstrecken sich den Wänden entlang ungezählte nummerierte Laden. Darin wurden Weinflaschen der verschiedensten Sorten gelagert. Erst wenn diese Weine von den Gästen angefordert wurden, versah man die Flaschen mit Etiketten, damit diese während der Lagerung nicht verschmutzten.


nach oben Küche
Küchenkeller Kühlraum Küchenvorbereitung
Die erste Kelleretage stand mit der Küche in Verbindung. Sie war zum größeren Teil gefliest und Lebensmittel wurden darin eingelagert. Die Küche selbst war zur Straßburger Straße hin bereits ein Stockwerk unterirdisch. Erkennbar waren noch der Kühlraum und der Vorbereitungsraum mit drei Fischbecken. Diese Ebene wurde inzwischen verfüllt und ist damit nicht mehr zugänglich.

nach oben Sandsteine
nummerierte Steine, zur evtl. weiteren Verwendung   Wandelhalle
Teile des Rappen-Gebäudes, die den Brand und die anschließenden neun Jahre überstanden hatten, wurden abgebaut. Zuvor waren die behauenen Sandsteine wie Pfeiler, Kapitelle, Fensterfassungen usw. mit Nummern versehen worden. Sie werden von der Stadt Freudenstadt eingelagert und sollen (evtl. beim Grünprojekt) wieder verwendet werden. Im rechten Bild der erhalten geblieben Rest der ehemaligen Wandelhalle.


nach obenAusblick
oberer Keller Mauer an der Talseite so sah es mal aus ...

Die zweite und dritte Kelleretage könnten vielleicht eines Tages wieder zugänglich gemacht werden als Zeugnis der großen Hotelkultur, die einst Freudenstadt prägte.


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